Uli Schuler, wohl & warm

Pelletheizungen sind mittlerweile eine beliebte Alternative zu Öl- oder Gasheizungen. So qualitativ hochwertig und effizient die Heiztechnik mittlerweile ist, so konfus und teils gegenteilig wird über den eigentlichen Vorteil dieser Heizungen diskutiert: Den Brennstoff Holzpellets.  Die Branche betont, dass dieser Brennstoff klimaneutral sei, für ihn kein Baum gefällt werden muss und alle qualitativen Probleme wie Feinstaubbildung oder schnelle Verschlackung der Heizkessel längst gelöst seien. Andererseits bekommen Hausbesitzer beim Fachgespräch im Heizungskeller genau diese Argumente immer wieder zu hören: Für Pellets würden Wälder gerodet, die verstärkte Nachfrage ließe den Preis nach oben schnellen und die Verbrennungseigenschaften seien nach wie vor heikel. Was stimmt nun? Als Schlüssel zum Verständnis dieser Frage erscheint in letzter Zeit nun verstärkt der Begriff Regionalität.

Der Pellethersteller EC Bioenergie Heidelberg mit seiner Endverbraucher-Marke wohl & warm wirbt mit der neuen Interviewreihe „Heimatwärme“ für seine regional produzierten Holzpellets und grenzt sich dabei bewusst von „Irgendwoher-Pellets“ ab, so wie er die im Ausland produzierten Pellets benennt.

Wir haben Uli Schuler, Geschäftsführer der Bioenergie Handel GmbH, zur Bedeutung der Regionalität im Pelletmarkt befragt:

Herr Schuler, wieso sind regional produzierte Pellets eigentlich umweltfreundlicher oder qualitativ hochwertiger als Pellets aus dem Ausland? Der Grundstoff, die Holzfasern, sind doch in beiden Fällen gleich?

Der Grundstoff – also die Holzfasern – sind zwar ähnlich, doch wirklich entscheidend sind die vorgelagerten Rohstoffquellen und die verwendeten Holzarten. Man könnte es vielleicht mit dem Brotbacken vergleichen: Je besser das Korn, desto hochwertiger und schmackhafter das Ergebnis.

Bei der Produktion unserer wohl & warm-Pellets verwenden wir nur frisches, unbehandeltes Holz aus der Region. Zudem achten wir darauf, dass unsere Rohstofflieferanten PEFC-zertifiziert sind, denn für uns sind Pellets nur dann wirklich umweltfreundlich, wenn alle Prozesse effizient und ressourcenschonend ablaufen und ökologische, ökonomische und sozial nachhaltige Standards gewährleistet sind. Und natürlich sollte der Weg zum Endverbraucher so kurz wie möglich sein. Dafür haben wir ein effizientes Partnernetzwerk und Lagerstandorte aufgebaut.

Der Pelletmarkt wurde bisher zumindest von der Branche als regionaler Markt dargestellt, der weitgehend über Industrierestholz und mittelständische Produzenten sowie Händler funktioniert. Was hat sich geändert, dass  Sie sich so klar zur Regionalität bekennen? Gibt es mittlerweile andere Spieler am Markt?

Schon in den letzten Jahren kam viel Sackware aus dem Ausland, vor allem aus Osteuropa. Seit 2013 tummeln sich auch lose Pellets aus Nordamerika, aus dem Baltikum etc.  in vielen deutschen Kellern. Da die Qualität gerade für ältere Pelletkessel in einigen Fällen ungeeignet war, kam es zu Reklamationen. Die Folge ist ein Imageschaden für den gesamten deutschen Pelletmarkt. Uns stört, dass die Endverbraucher nicht ausreichend über die Herkunft ihrer Pellets informiert werden. Das wollen wir  jetzt ändern: Unsere neue Interviewreihe „Heimatwärme“ beschäftigt sich mit den Vorteilen von regionalen Pellets und beleuchtet deren Auswirkungen – aus ganz unterschiedlichen Blickwinkeln - so kann sich der Interessent objektiv und umfassend informieren. Stöbern Sie einfach mal rein unter www.wohlundwarm.de.

Sie setzen auf Qualität und Herstellung in der Region, was sich erstmal gut anhört. Wie kann aber der Kunde, dem dies wichtig ist, die Einhaltung dieser Kriterien wirklich nachvollziehen? Am Holzpellet selber kann er es ja kaum erkennen?

Auf den ersten Blick sieht man es den kleinen Holzpresslingen zwar nicht an, aber Qualitäten und Beschaffenheiten kann man genau messen und analysieren. Unsere wohl&warm-Partner erhalten regelmäßig Qualitätsberichte direkt aus unseren Laboren, damit geben wir ihnen Sicherheit und das gute Gefühl, die richtigen Pellets anzubieten.

Trotz viel Aufklärungsarbeit halten sich immer noch viele Klischees über den Brennstoff Pellets beim Verbraucher wie z.B. Feinstaubbildung, Asche- und Schlacke-Problematik bzw. Aufquellen bei Feuchtigkeit. Welche solcher typischen Klischees sind aus Ihrer Sicht definitiv erledigt, und bei welchen Punkten sollte man immer noch genauer hinschauen?

Der Holzpellet ist ein genormter Brennstoff. Die Festigkeit wird durch das im Holz enthaltene Lignin gewährleistet, die geringfügige Zugabe von natürlicher Getreidestärke dient als Presshilfsmittel und verbessert die Abriebfestigkeit. Durch Eintrag von Feuchtigkeit bei unsachgemäßem Transport und Lagerung wird natürlich auch der beste Pellet dieser Welt aufquellen.

Generell empfehlen wir unseren Kunden, ihre Pelletlager im zwei- bis dreijährigen Turnus von ihrem Händler ihres Vertrauens säubern zu lassen, um Störungen zu vermeiden.

Leider wissen nur wenige Verbraucher, dass „genormte“ oder sogar ENplus-zertifzierte Pellets noch kein Garant für erstklassige Pelletqualität sind. Wir achten akribisch darauf, dass unsere wohl & warm-Pellet die DIN- und ENplus A1 Vorschriften nicht nur erfüllen, sondern weit übertreffen. Damit ist eine erhöhte Feinstaubbildung, die zur angesprochenen Asche- und Schlacke-Problematik führen kann, ausgeschlossen. wohl & warm sind eben Wohlfühlpellets. Und garantiert „Made in Germany“.

Herr Schuler, wir danken Ihnen für das Gespräch!

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